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fondsweb.de - Wie nachhaltig sind ESG-Indizes wirklich? 03.12.20 Meldung

(boerse-online) - Anleger können seit einiger Zeit in ESG- und SRI-Indizes investieren. Doch wie nachhaltig sind die zugrundeliegenden Indizes wirklich? Die Analyse von TiAM FundResearch. Von Ralf Ferken

Das Vorgehen

TiAM FundReseach hat sich für vier Regionen (Europa, USA, Industrieländer, Schwellenländer) jeweils drei Indizes angeschaut: Zunächst die normale MSCI Variante, dann die MSCI ESG Screened Variante und schließlich die MSCI SRI Select Reduced Fossil Fuel Variante, die iShares jeweils als Grundlage für seine ETFs heranzieht.

Ergebnis 1: SRI deutlich strenger als ESG

SRI steht für Socially Responsible Investing und bedeutet beim Indexanbieter MSCI, dass die nachhaltige Auslese der Aktien nochmals strenger als beim ESG-Ansatz ausfällt. So enthält der MSCI Europe Index etwa 443 Einzelwerte und dessen ESG-Variante 419. Das ist lediglich ein Unterschied von rund fünf Prozent. Völlig anders ist dies bei der SRI-Variante des MSCI Europe. Diese hält nur 109 Einzelwerte, was einer Reduktion um 75 Prozent entspricht. Zugleich fällt der sogenannte MSCI-ESG-Qualitätswert als Maß für Nachhaltigkeit durch die Reduktion der Einzelwerte immer besser aus. Ähnlich ist dies bei den entsprechenden Indizes für US-amerikanische-, globale- und Schwellenländeraktien.

Ergebnis 2: Europa deutlich besser als die Schwellenländer

Auf regionaler Ebene weist Europa die besten MSCI-ESG-Qualitätswerte auf, während die USA und vor allem die Schwellenländer hier deutlich hinterherhinken. Beispielsweise liegt der normale MSCI Europe Index (7,92) beim MSCI-ESG-Qualitätswert noch vor der strengen SRI-Variante beim MSCI EM Index (7,42). Gleichzeitig können Anleger ihren MSCI-ESG-Qualitätswert deutlich verbessern, wenn sie in den USA und den Schwellenländern in die SRI-Variante investieren.



Quelle:
fondsweb.de